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"Club Apollo 13"
"Houston, wir haben ein Problem" ist die Schlüsselszene
in der Hollywood- Verfilmung der missglückten Mondlandemission
Apollo 13 der NASA, die fast in einer Katastrophe geendet hätte.
Ausgefallen waren etliche Bordsysteme, was Improvisation notwendig
machte, auch fliegerisches Geschick wie man es sonst in Spielfilmen
eher beim Roten Baron findet.
Neben anderen Geräten war auch das zur Wiederaufbereitung
der Atemluft in der Raumkapsel ausgefallen. Noch intakt war der
Sauerstofftauscher in der Mondländefähre, der aber nicht
kompatibel mit der Installationsumgebung in der Raumkapsel war.
Ein Umbau wäre ein einfaches Unterfangen gewesen, hätte
man einen gut sortierten Eisenwarenladen in der Nähe gehabt.
So weit allerdings war die Erschließung des Weltraum noch
nicht fortgeschritten. Man arbeitet daran.
Das Problem in der Apollo 13 ist, will man dem Spielfilm folgen,
von den technischen Anforderungen her nicht schwieriger als das
Problem, sich mit einem deutschen Elektrorasierer in Großbritannien
rasieren zu wollen, nach Ladenschluss - dessen Existenz vorausgesetzt
- und in Ermangelung eines Adapters für den Netzstecker. Die
Folgenabschätzung allerdings ist von ganz anderer Qualität.
Im Film wird ein kleines Team von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern
mit dem Sauerstofftauscher aus der Mondlandefähre und den an
Bord der Apollo 13 vorhandenen Materialien, z. B. Klebeband, ein
Stück Schlauch etc., in Klausur geschickt, mit dem Auftrag,
in einer bestimmten Zeit den Sauerstofftauscher der Mondlandefähre
für die Raumkapsel zu adaptieren. Die ganze Kreativität
und Kompetenz der Teammitglieder ist gefordert.
Das Ergebnis hätte sich vom Design her Walt Disney für
Donald Duck nicht besser andenken können, jedoch es funktioniert.
In der hochtechnisierten Welt der Raumfahrt wird das Leben dreier
tapferer Amerikaner durch die Idee eines erfolgreichen Teams von
Wissenschaftlern und Ingenieuren mit heimwerkerischen Qualitäten
gerettet.
Brauchen wir nicht genau diese Kombination aus Grundlagen- und
Spezialkenntnissen, Kreativität, Improvisations- und Teamfähigkeit
bei unseren zukünftigen Naturwissenschaftlern, Ingenieuren
und Technikern? Dann sollten wir sie hineinholen in den Club Apollo
13.
Was macht der Club Apollo 13 ? / Start des Projekts im November
2001
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Bezirksregierung
Hannover, der Einrichtung uniKIK der Leibniz Universität Hannover sowie
den math.- naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereichen
der Leibniz Universität Hannover und geht zurück auf eine Idee
von Prof. Dr. Ertmer vom Fachbereich Physik der Leibniz Universität Hannover.
Beginnend mit einem neuen Schuljahr veröffentlich uniKIK an
jedem ersten Freitag im Monat im Internet eine "Aufgabe des
Monats", die von einem der math.-naturwissenschaftlichen oder
technischen Fachbereich der Leibniz Universität Hannover gestellt wird.
Start ist in diesem Schuljahr Freitag, der 2.11.2001, mit einer
Aufgabe aus der Physik.
Die Bearbeitung der Aufgabe sollte durch Gruppen von jeweils 3-5
Oberstufenschülern aus Gymnasien, Gesamtschulen und Fachgymnasien
erfolgen.
Teilnahmeberechtigt sind Schüler der genannten Gymnasien in
Niedersachsen.
Die Lösung sollte per E-Mail an die in der Aufgabenstellung
genannte Adresse zurückgesandt werden, wo auch der Abgabezeitraum
angegeben ist (i.a. ein bis zwei Wochen). Die Einsender erklären
sich mit einer Veröffentlichung ihrer Lösung im Internet
einverstanden.
Der Wettbewerb endet im April eines jeden Jahres. Die vier Gruppen,
welche die besten Lösungen aller Aufgaben eines Fachbereichs
erzielt haben, werden als Gruppe für einen Nachmittag in den
verantwortlichen Fachbereich der Leibniz Universität Hannover eingeladen.
An diesem Nachmittag findet dann ein Schlußwettbewerb statt:
Die einzelnen Gruppen bekommen ein "Apollo 13 Problem"
gestellt, das sie vor Ort lösen sollen, und das sich auszeichnet
durch wissenschaftlichen Hintergrund, Notwendigkeit zur Improvisation
sowie begrenzte Zeit- und Materialressourcen.
Die Lösungen werden anschließend präsentiert und
bewertet. Der Bewertungskommission gehören Fachvertretern der
oben genannten Kooperationspartner sowie Lehrkräfte an.
Alle Teilnehmer der eingeladenen Gruppen erhalten ein Aufnahmezertifikat
für den Club "Apollo 13". An die Wettbewerbssieger
verleiht uniKIK studienfördernde Preise. Diese Auszeichnungen
werden in einer öffentlichen Feierstunde an der Leibniz Universität Hannover erfolgen.
Landesschulbehörde
Blasche-Hesse
uniKIK, Leibniz Universität Hannover
Dr. Dieter Lohse
Hannover im Oktober 2001
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