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Erfahrungsbericht eines Juniorstudenten
Wer kennt nicht das Problem? In der Schule lernt man nichts mehr,
es ist dementsprechend langweilig und man beneidet die höheren
Jahrgänge, die schon zur Uni dürfen.
Als ich dann über meinen Bruder vom Juniorstudium erfahren
habe, an dem auch ich als Schüler dran teilnehmen durfte, war
die Freude riesig. Minuten später war ich auf der Homepage
von uniKIK und habe mir zwei schöne Vorlesungen ausgesucht.
Problem war nur, dass die eine Vormittags war und ich mir ziemlich
sicher war, dass meine Schule einen Antrag auf permanente Freistellung
ablehnen würde, damit ich zur Uni gehen kann.
So kam es, dass ich "nur" Donnerstag Nachmittags zur Vorlesung
über Finanzmathematik ging. Die erste Unsicherheit, ob ich
mit dem Niveau und der Struktur der Uni zurecht kommen würde,
verflog sehr schnell. Das höhere Niveau als in der Schule machte
mir zwar erst zu schaffen. Ich war es nicht gewohnt, dass man in
der Vorlesung alles können muss, was bisher gemacht worden
ist. Aber nach einigen Wochen kam ich damit gut zurecht und ich
fing an die Vorlesung zu lieben und freute mich schon auf jeden
Donnerstag. Es gehörte nun zu meinem Alltag.
Meine anfängliche Befürchtung, dass es ein reines Vorlesen
aus einem Script sei, stellte sich als vollkommen falsch heraus.
Es gab nämlich viele humorvolle Kommentare und Witze.
Viel Kontakt zu den echten Studenten hatte ich nicht, da man sich
nur einmal die Woche sah, jedoch gab es ab und zu mal einen Smalltalk
vor der Vorlesung. So war es auch nie ein Problem, sich die Mitschrift
von jemandem zu kopieren, falls ich mal fehlen musste.
Das Mitschreiben der Klausur war eine Erfahrung für sich. Es
war eine "Kofferklausur", d.h. man durfte seine Unterlagen
und Bücher etc. benutzen, es wurde aber dennoch strengstens
darauf geachtet, dass man nicht schummelte.
Der Umfang und die Schwerpunkte der Klausur waren mir vertraut,
weil ich mir rechtzeitig alte Klausuren für meine Vorbereitungen
besorgt habe. So konnte ich ziemlich gelassen an alles herangehen
mit der Gewissheit, dass ich nur gewinnen konnte. Schließlich
musste ich keine negativen Konsequenzen fürchten. Alles in
allem hat mich so begeistert und fasziniert, dass ich mich wieder
als Juniorstudent für dasSS04 eingetragen habe.
Lothar Banz
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